Montag, 14. September 2015

Steve Mosby – „Der Kreis des Todes“

(Droemer, 430 S., Pb.)
Seit sich seine depressive Frau Marie vor zweieinhalb Jahren von der Brücke stürzte, zieht Alex Connor rastlos von einem Ort zum anderen. Erst als er im Fernsehen in den Nachrichten sieht, dass seine Freundin Sarah Pepper seit fünf Tagen vermisst wird und sein Bruder James mit dem Vorfall in Verbindung gebracht wird, bricht er von Venedig aus wieder nach England auf. Obwohl James ein Geständnis abgelegt hat, seine Freundin im stark alkoholisierten Zustand getötet zu haben, kann ihre Leiche nicht gefunden werden.
Gleichzeitig sucht Detective Kearney nach der verschwundenen Rebecca Wingate. Zusammen mit seinem Partner Todd Dennis ist er seit vier Jahren an der Operation Butterfly beteiligt, die die Morde an drei Frauen und das Verschwinden zweier weiterer Opfer aufzuklären versucht.
Getrieben von Gewissensbissen, dass er nicht für Sarah da gewesen ist, als sie ihn brauchte, nachdem sie für ihn nach Maries Tod eine starke Stütze gewesen war, macht er sich in der Wohnung von Sarah und James auf die Spurensuche und stößt in Sarahs Sachen auf drastische Fotos von Leichen, darunter auch eines von Marie.
Schließlich gelangt Alex auf die Website doyouwanttosee.co.uk, auf der ein User namens Christopher Ellis ein mit dem Handy aufgenommenes Video von Maries Freitod eingestellt hat.
„Seit ich das Foto in James‘ Wohnung gefunden hatte, befand ich mich emotional im freien Fall. Jetzt musste ich herauskriegen, was passiert war und was ich tun konnte. Das Erstere war zum Teil offensichtlich. Während Sarah zu einem Artikel recherchiert hatte, war ihr dieses Video mit dem Tod meiner Frau, der Frau ihres Freundes, untergekommen und hatte zu den weiteren Nachforschungen geführt. Vielleicht so, wie ein Krebs geweckt und zu unaufhaltsamem Wachstum aktiviert wird. Als die Besessenheit von dem Thema sie immer mehr ergriff, zog sie sich von ihren Freunden und ihrer Arbeit zurück und vernachlässigte die Beziehung zu James. Es hatte sie total vereinnahmt.“
(S. 125) 
Währenddessen fasst die Polizei einen Mann namens Thomas Wells, in dessen Wagen sie drei Liter Blut in Flaschen und die Handtasche von Rebecca Wingate finden. Weitere Nachforschungen führen zu dem angesagten Künstler Timms, dessen Portraits teilweise mit dem Blut der Frauen gemalt worden sind, die Kearney als Opfer des Vampir-Killers identifizieren kann …
„Der Kreis des Todes“ ist der fünfte Roman des britischen, in Leeds lebenden Autors Steve Mosby und erschien zwei Jahre nach seinem Drittwerk „Der 50/50-Killer“, mit dem er 2007 seinen internationalen Durchbruch feiern durfte. Seither zählt Mosby zwar zu den bekanntesten Krimi-Schriftstellern Englands, doch sein Werk ist von durchwachsener Qualität. In dem Paperback „Der Kreis des Todes“, das jetzt als deutsche Erstveröffentlichung erschienen ist, entwickelt Mosby einen wirklich interessanten Plot und vor allem verschiedene Handlungsstränge, die sich einmal um Alex Connor und den Tod seiner Frau Marie und dann seiner besten Freundin Sarah, dann um die Ermittlungsarbeit von Kearney und Dennis im Fall des Vampir-Killers drehen. Allerdings gelingt es Mosby nicht so recht, echte Spannung zu erzeugen und die Motivation seiner Figuren transparent zu gestalten. Er springt so oft zwischen den Figuren, Schauplätzen und Zeiten hin und her, dass der Erzählfluss merklich ins Stocken gerät und die Dramaturgie immer wieder darunter leiden muss, dass sich der Autor in seinen zugegebenermaßen sehr bildhaften Schilderungen zu verlieren droht.
So bleibt „Der Kreis des Todes“ eine leidlich unterhaltsame Aneinanderreihung von wechselhaft spannenden Episoden, die nicht wirklich zu einem stimmigen Ganzen zusammengefügt werden.
Leseprobe Steve Mosby - "Der Kreis des Todes"

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