Sonntag, 5. August 2012

Howard Linskey – “Crime Machine”

(Knaur, 378 S., Tb.)
David Blake arbeitet als „Berater“ für Bobby Mahoney, Gangsterboss im englischen Newcastle. Als er mit seiner Frau Laura aus dem Thailand-Urlaub zurückkehrt, wird er von Bobbys wichtigstem Vollstrecker in Empfang genommen und zum Chef kutschiert, was nur Ärger bedeuten kann. Tatsächlich wird David mit der Information konfrontiert, dass die übliche Übergabe vor seinem Urlaub nicht stattgefunden habe.
David Blake macht sich auf die Suche nach Geordie Cartwright, der für ihn die Übergabe übernehmen sollte, doch Geordie ist verschwunden. Zusammen mit Vollstrecker Finney klappert David verschiedene Clubs ab, bis er einen Tipp erhält, dass Geordie wohl Spielschulden hatte und nebenbei Geschäfte mit einem Russen abwickelte. Schließlich entdecken sie den Gesuchten mit einem Loch im Kopf. Doch Geordie ist nicht der Einzige, der auf der Abschussliste aus Bobby Mahoneys Crew steht. David hat alle Hände voll zu tun, herauszufinden, wer seinem Boss das Revier streitig machen will, und die Übergabe nachzuholen …
„Die Übergabe war eine Versicherungspolice. Bestechungs- und Schmiergeld. Mit der Übergabe kauften wir Einfluss und Informationen. Dadurch bekamen wir die Erlaubnis zugesichert, in unserem Revier Geschäfte machen zu dürfen. Die Übergabe war all das und mehr. Die Organisation, die wir bezahlten, gab es schon sehr lange. Ihr Einfluss reichte sehr weit. Aber sie hatte keinen Eintrag im Handelsregister. Wir zahlten bar und stets pünktlich, abgesehen vom letzten Mal. Also, was hatten wir davon? Zunächst einmal würden die uns fertigmachen, wenn wir es nicht täten – oder jemand anders würde es tun, mit ihrer Zustimmung. Man könnte die Übergabe als Steuer betrachten, die wir abdrückten, und wenn wir es nicht täten, stünden viele andere Schlange, die bereit wären, viel Geld zu bezahlen für die Erlaubnis, ein Unternehmen unserer Größe führen zu dürfen.“ (S. 165) 
Mit seinem Debütroman „Crime Machine“ präsentiert der britische Journalist Howard Linskey eine höchst unterhaltsame Schnitzeljagd, die durchaus als Drehbuchvorlage für einen Guy-Ritchie-Film („Revolver“, „Bube, Dame, König, grAs“) taugen könnte. Vor allem fasziniert der coole, zuweilen auch brutale Thriller als überzeugende Gangstermilieustudie mit einem sympathischen Protagonisten und einem schlichten Plot, der zum Ende hin zum Glück an Fahrt aufnimmt.
Lesen Sie im Buch: Howard Linskey "Crime Machine"

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