Sonntag, 12. Dezember 2010

Jeff Lindsay – „Des Todes dunkler Bruder“

(Knaur, 351 S., Pb.)
Eigentlich arbeitet Dexter Morgan als Spezialist für Blutanalysen bei der Polizei von Miami, doch seine Passion gilt der Bestrafung von Serienkillern, die durch das Netz der polizeilichen Ermittlungen schlüpfen. Gerade hat sich Dexter eines Priesters angenommen, der nicht nur im St. Anthony’s Waisenhaus Kinder umgebracht hat, sondern offensichtlich zuvor schon in anderen Städten, da wird Miami von einer neuen Mordserie erschüttert.
Der Killer entzieht seinen Leichen das sämtliche Blut und zerschneidet sie mit chirurgischer Perfektion. Dexters Adoptivschwester Deborah, die ebenso wie ihr verstorbener Vater Harry und Dexter bei der Polizei arbeitet, sieht hier die Chance, von der Sitte weg zur Mordkommission befördert zu werden, braucht aber dafür Dexters außergewöhnliche Intuition. Diese führt zu der Vermutung, dass der Killer seine Opfer in einem gestohlenen Kühltransporter verarbeitet. Als Deb und Dexter die nächste kunstvoll verpackte und blutleere Leiche im Tor des heimischen Eishockeystadions finden, beschleicht Dexter das ungute Gefühl, dass der Täter sehr viel mit ihm selbst gemein hat. Detective LaGuerta kann zwar bald mit einer Verhaftung vor der Presse glänzen, doch Dexter weiß, dass die bizarre Mordserie noch längst nicht beendet ist …
Mit seinem Debütthriller „Darkly Dreaming Dexter“ ist dem amerikanischen Autor Jeff Lindsay im Jahre 2004 ein grandioser Wurf gelungen, der CBS Showtime zu einer brillanten Fernsehserie inspiriert hat, in der Michael C. Hall die perfekte Besetzung für den geheimnisvollen Blutanalyse-Spezialisten Dexter Morgan darstellt. Dass der Roman die Grundlage für eine über mehrere Staffeln erfolgreiche TV-Serie bieten kann, ist dabei nicht nur der charismatischen wie enigmatischen Hauptfigur zu verdanken, deren faszinierende und beunruhigende Vergangenheit erst allmählich und nur stückchenweise enthüllt wird. Auch Dexters Schwester Deborah und seine Kollegen bieten viel Raum, um in einer spannenden wie unterhaltsamen Thriller-Serie ausgefüllt zu werden. Lindsay hat sein Debüt dabei so spannend wie humorvoll geschrieben, dass Fortsetzungen zum Glück nicht lange auf sich warten ließen.

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