Donnerstag, 4. März 2010

Jack Ketchum - „Amokjagd“

(Heyne, 288 S., Tb.)
Da Susan tagsüber in der Mountain Lodge arbeitet und ihr Freund Wayne die Nachtschicht in der Black Locust Tavern übernimmt, sehen sich die beiden fast nur am Wochenende. An einem dieser gemeinsamen Tage machen sie einen kleinen Wanderausflug in die Berge, wo er sie beim brutalen Liebesspiel fast erwürgt. Wayne ist stets so voller Wut, dass er sogar ein Notizbuch führt, in dem er Beleidigungen gegen seine Person und so die Leute festhält, an denen er sich rächen kann. Ein glücklicher Zufall will es, dass er da oben auf dem Berge, nachdem Susan wütend ihre Sachen zusammengepackt hat, beobachtet, wie Carole Gardner ihren gewalttätigen Ehemann Howard zum Picknick in die Berge gelockt hat, wo er von ihrem Freund Lee mit einem Baseballschläger getötet wird. Das verpasst Wayne einen zusätzlichen Adrenalinkick. Endlich hat er beobachten können, wie Menschen das tun, wovon er selbst seit Ewigkeiten nur geträumt hat: einen Menschen umzubringen!
Lee und Carole machen sich anschließend nicht nur Sorgen darüber, dass ihre Tat entdeckt werden könnte, denn natürlich wird Carole von der Polizei verhört, als ihr Mann nicht mehr zur Arbeit erscheint. Aber in erster Linie plagen sie Gewissensbisse. Als Wayne die beiden Täter allerdings aufspürt und sie dazu zwingt, weitere Menschen umzubringen, geht der Wahnsinn erst recht los.
Jack Ketchum hat sich in seinen bisherigen Romanen „Beutegier“, „Evil“ und „Blutrot“ als Meister der abgründigen Spannung etablieren können. Auch „Amokjagd“ ist ein meisterhaftes Beispiel für die perfekte Inszenierungskunst des Autors, menschliche Extremsituationen und bösartige Wesenszüge schockierend realistisch zu schildern und so einen hypnotischen Sog zu erzeugen, dem man als Leser nicht entrinnen kann.

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