Freitag, 19. Juni 2009

Benjamin Prado - „Nicht nur das Feuer“

(Luchterhand, 240 S., HC)
Als sich die rassige wie schöne Studentin Ruth in den jungen, wilden und radikalen Studentenführer Samuel verliebte, war das der Anfang einer feurigen Liebe, die mit vielen Träumen und Hoffnungen für die Zukunft verbunden gewesen ist. Etliche Jahre später scheint jeder Funken des ehemaligen Feuers vollkommen erloschen. Der damals so beliebte wie gefürchtete Samuel konnte die Hoffnungen in sein Talent nie erfüllen und nervt Ruth nun mit seiner zunehmenden Kleinlichkeit.
Beide fragen sich, wohin der Zauber ihrer Liebe entschwunden ist. Während Samuel sich Hoffnungen macht, die Beziehung wieder ins Lot zu bekommen, überlegt Ruth bereits, wie sie ihm beibringen soll, dass sie ihn verlassen wird. Doch gerade dann wird ihr Sohn Maceo von einem Blitz getroffen und lässt sich am Krankenbett tagelang die schönen Geschichten seines Großvaters Truman erzählen, der noch immer seiner Geliebten Cecilia nachtrauert. Derweil plagt Samuels und Ruths Tochter Marta heftigster Liebeskummer. Ihr Freund Lucas, für den sie alles tun würde, scheint nichts mehr von ihr wissen zu wollen, und schlägt sie auch noch. Auf einmal sehen Samuel und Ruth wieder eine Chance für ihre Liebe. Der spanische Autor Benjamin Prado, der bereits mit Raymond Chandler und Paul Auster verglichen wird, erzählt die Krise einer Liebe auf rasant episodenhafte Weise, dass einem anfangs etwas schwindelig wird. Schade, dass nach 240 Seiten schon wieder Schluss ist.

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