Freitag, 12. Juni 2009

Michael Chabon - „Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay“

(Kiepenheuer & Witsch, 811 S.,)
Als der jüdische Junge Josef Kavalier 1939 von Prag zu seinen Verwandten nach Brooklyn in New York flüchten kann, beginnt eine seltsame wie wunderbare Freundschaft zwischen ihm und seinem Vetter Sammy Clay. Angetrieben von dem Wunsch, möglichst viel Geld zu verdienen, um auch dem Rest seiner Familie die Überfahrt ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten finanzieren zu können, können sie den Comic-Verleger Sheldon Anapol dafür begeistern, ihren eigenen Comic-Superhelden, den Eskapisten, bei Empire Comics herauszubringen. Das Kunststück gelingt. Während der von Houdini inspirierte Entfesselungskünstler gegen das Böse in der Welt kämpft und schließlich sogar Hitler beseitigt, kommen die beiden Comic-Autoren zu Ruhm und Geld.
Doch bald lernen Joe und Sam auch die Schattenseiten des Lebens kennen. Joe flüchtet aus Angst vor familiärer Verantwortung zum Militär und nach Alaska. Nach seiner Rückkehr scheint nichts mehr so, wie es einmal war... Michael Chabon („Die Wonderboys“) schuf mit seinem neuen, 2001 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman ein farbenfroh inszeniertes, humorvolles, warmherziges und turbulentes Portrait einer außergewöhnlichen Männerfreundschaft und gewährt dabei gleichzeitig einen Blick in die Welt der Comic-Superhelden, der jüdischen Vorstellung vom Golem und der Entfesselungskunst.

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