Donnerstag, 4. August 2016

Robert B. Parker – (Jesse Stone: 9) „Doppeltes Spiel“

(Pendragon, 304 S., Tb.)
Als Suitcase Simpson mit seinem Partner Arthur Angstrom eines Morgens im Osten von Paradise seinen Streifendienst absolviert, entdeckt er im Kofferraum eines verdächtig weit auf die Straße hinausragenden Cadillac die Leiche von Petrov Ognowski, dem eine .22er Kugel im Schädel steckt. Wie Chief Jesse Stone und seine Crew bald herausfinden, gehörte der Tote zur Gang von Reggie Galen, dessen Anwesen sich gleich neben dem von Knocko Moynihan liegt, die sich einst in Boston das Revier geteilt hatten und nun nebeneinander wohnen, weil sie die eineiigen Zwillinge Rebecca und Robbie geheiratet haben.
Kaum hat Jesse Stone die beiden vermeintlichen Ex-Gangster aufgesucht, wird auch Knocko Moynihan tot aufgefunden, und Jesse Stone wird das Gefühl nicht los, dass die beiden attraktiven Zwillingsschwestern etwas mit den Morden zu tun haben.
Derweil wird die Privatdetektivin Sunny Randall damit beauftragt, die achtzehnjährige Cheryl DeMarco aus den Fängen einer religiösen Gruppe namens Bund der Erneuerung zu befreien, wobei die die Unterstützung von Jesse anfordert. Dabei kommen sie sich wieder näher, haben aber immer noch nicht mit ihren Ex-Partnern abgeschlossen.
„Er hatte ein Alkoholproblem, das ihn in Los Angeles den Job gekostet hatte. Und er lebte in den Ruinen einer gescheiterten Ehe. Sie war sich ziemlich sicher, dass er den Alkohol in den Griff bekommen konnte. Jedenfalls hatte es mehrere Situationen gegeben, in denen er seine Entschlossenheit demonstriert hatte.
Und was seine Beziehung zu Jenn anging … Offensichtlich war das wirklich Schnee von gestern.“ (S. 240)
Da Robert B. Parker 2010, als er „Doppeltes Spiel“ veröffentlicht hatte, verstorben ist, bildet der Roman leider schon das Ende seiner überaus erfolgreichen, mit Tom Selleck in der Hauptrolle auch ebenso ansprechend verfilmten Jesse-Stone-Reihe.
Zum Abschluss kämpft der Chief von Paradise erneut an mehreren Fronten, muss sich mit (ehemaligen?) Gangstern aus Boston und ihren verführungswilligen Frauen herumschlagen, den rachsüchtigen Vater des ersten Todesopfers in Schach halten, den Praktiken einer religiösen Gruppe auf den Grund gehen und sich schließlich darüber klar werden, wie er die Beziehung zu Sunny gestalten soll.
Parker bildet die Handlung überwiegend in knackiger Dialogform ab, so dass sich das Drehbuch zum Roman fast von selbst zu schreiben scheint. Nur gelegentlich werden die Dialoge von kurzen, schnörkellosen inneren Einsichten von Jesse und Sunny sowie gelegentlich nötigen Beschreibungen der Szenen aufgelockert. Parker-Fans freuen sich über das Wiedersehen mit Sunny Randall, der Parker eine eigene Serie gewidmet hat, und mit Susan Silverman, die wir aus der Spenser-Reihe kennen.
„Doppeltes Spiel“ überzeugt durch eine klare, prägnante Sprache, einen trockenen Humor und sympathische Figuren, die für reichlich Aufregung in einem extrem kurzweiligen Roman sorgen. 
 Leseprobe Robert B. Parker "Doppeltes Spiel"

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