Samstag, 30. Mai 2009

David J. Schow - „Der Schacht“

(Festa, 458 S., Pb.)
Zwar ist David J. Schow nicht in den beiden wegweisenden Horror-Anthologien „Splatterpunk 1 + 2“, die Paul M. Sammon 1990 veröffentlicht hat, vertreten gewesen, aber der Schauspieler, Drehbuchautor (u.a. „The Crow“) und Schriftsteller gehört fraglos zu den wichtigsten Protagonisten des expliziten Splatter-Horrors, dessen Weg Clive Barker mit seinen „Büchern des Blutes“ geebnet hat. Schows Roman „The Shaft“ erschien ursprünglich 1990 und ist endlich auch in Festas vorbildlicher Horror-Taschenbuch-Reihe erhältlich.
In Oakwood, einem nicht so hübschen Stadtteil von Chicago, spukt es. Und zwar im vierstöckigen, heruntergekommenen Gebäude Kenilworth Arms in der Garrison Street, das die Unterkunft für etliche ebenso abgefuckte Typen darstellt, u.a. für den Drogendealer Boner, der gleich zu Anfang beim Pissen in seine eigene dunkle Badewanne von etwas „Kaltem, Samtweichem und Blasigem“ verschluckt wird. Zu den neueren Bewohnern des unheimlichen Gebäudes zählen auch der Computergehäuse-Verkäufer Jonathan, der von seiner Freundin Amanda verlassen wurde und nun in Chicago bei seinem Kumpel Bash sein Glück als Grafiker versucht. Oder Cruz, der mitschuldig daran gewesen ist, dass die Freundin seines Gangsterbosses einfach aus dem fünften Stock sprang und als Matsch am Poolrand aufschlug. In Chicago verdingt er sich als Drogendealer, bis Gras über die Sache gewachsen ist. So kreuzen sich in Kenilworth Arms die Wege etlicher Loser und werden nach und nach durch blutige Ereignisse aus ihrer Lethargie gerüttelt … Die liebevolle Zeichnung seiner desillusionierten Charaktere, der schonungslose Stil und die Spannung der coolen Story machen „Der Schacht“ zu einem zurecht gefeierten Klassiker nicht nur des Splatterpunk-Genres.

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