Mittwoch, 5. Januar 2011

James Patterson – Alex Cross 8: „Mauer des Schweigens“

(Blanvalet, 320 S., Tb.)
John Sampson, Alex Cross‘ bester Freund und Kollege, kann es nicht fassen, dass sein alter Armee-Kumpel Ellis Cooper für schuldig gesprochen wurde, eines Abends die drei Frauen Tanya Jackson, Barbara Green und Maureen Bruno bestialisch ermordet und anschließend mit blauer Farbe angemalt zu haben, weshalb man den Fall auch die „Blue Lady“-Morde genannt hat. Obwohl Alex Cross gerade dabei ist, den Polizeidienst niederzulegen, will er seinem Freund noch bei diesem Fall zur Hand gehen.
Doch die Befragungen von Vorgesetzten und Kameraden in Fort Bragg bringen Cross und Sampson keine neuen Erkenntnisse, dafür bekommen sie zunehmend das Gefühl, dass die Armee etwas verheimlicht. Während Ellis in der Todeszelle sitzt, stößt Cross auf weitere Fälle, die in engem Zusammenhang mit dem von Ellis Cooper stehen.
„,Es sieht so aus, als hätte man Soldaten Morde angehängt, die diese nie begangen haben. Der erste war in New Jersey, der letzte scheint Ellis Cooper gewesen zu sein. Es gibt eindeutig Ähnlichkeiten, John. Die Mordwaffen wurden ein bisschen zu leicht aufgefunden. Die Täter wurden aufgrund von Fingerabdrücken und DANN-Spuren überführt. Alle diese Männer hatten hervorragende makellose Personalakten. In der Abschrift des Mordfalls in Arizona stand, dass ‚zwei oder drei Männer‘ in der Nähe des Opfers gesehen worden waren, ehe der Mord geschah. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass man unschuldigen Männern Morde angehängt und sie hingerichtet hat.‘“ (S. 98)
Auch Cross und Sampson stoßen auf einen jungen Zeugen, der drei Männer vor dem Haus gesehen haben will, in dem Ellis Cooper die drei Frauen ermordet haben soll. Und als weitere Frauen ermordet und angemalt aufgefunden werden, wissen Cross und Sampson, dass sie es mit skrupellosen wie handwerklich perfekten Serienkillern zu tun haben …
„Mauer des Schweigens“, immerhin schon der achte Teil Alex-Cross-Thriller, zählt zwar nicht zu den besten der Reihe, unterhält aber doch auf gewohnt spannende Weise. Da der Leser von Beginn an die Täter kennt, stellt sich nur die Frage, wie Cross und Sampson auf ihre Spur kommen und vor allem an ihren Aufraggeber. Interessanter sind diesmal eher die persönlichen Belange des sympathischen Ermittler-Duos. Cross hat sich im vergangenen Fall „Stunde der Rache“ in die Polizistin Jamilla Hughes verliebt und ist gespannt, wie sich die Beziehung, wenn es denn eine werden soll, wohl entwickelt. Er sorgt sich aber auch um die Gesundheit seiner Nana, die mit ihren über achtzig Jahren noch immer den Haushalt der Cross-Familie schmeißt, aber erstmals Krankheits-Symptome zeigt. Und schließlich hat Alex Cross das Angebot vom FBI zu überdenken, seine Karriere dort fortzusetzen. Aber auch John Sampson verliebt sich in eine Zeugin und scheint erstmals eine längere Beziehung eingehen zu wollen. Allerdings fehlt es diesen zwischenmenschlichen Aspekten oft an der nötigen Tiefe. Im Vordergrund steht eben doch die Auflösung eines kniffligen Falls, bei dem Cross & Co. wieder so einige glückliche Zufälle in die Hand spielen. Wenn man sich aber so allmählich an den Umstand gewöhnt hat, dass Alex Cross über mehr als die sprichwörtlichen sieben Leben besitzt – oder einen ganz besonders fleißigen Schutzengel -, dann sorgt auch „Mauer des Schweigens“ für kurzweiligen Thrill.
Lesen Sie im Buch: „Mauer des Schweigens“

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