Samstag, 5. September 2009

Leon de Winter - „Malibu“

(Diogenes, 418 S.,)
Joop Koopman, 47-jähriger Niederländer, hat es in L.A. zu einem mäßig anerkannten Drehbuchautor gebracht. Während seine geschiedene Frau Ellen in ihrer niederländischen Heimat erfolgreich als Art Director tätig ist, lebt er allein mit seiner Tochter Mirjam zusammen, die am 22. Dezember ihren 17. Geburtstag feiert. An diesem Tag trifft er seinen alten Schulfreund Philip wieder, der ihn für den israelischen Geheimdienst gewinnen will, um einen mutmaßlichen marokkanischen Terroristen zu bespitzeln.
Während des Gesprächs erfährt Joop, dass seine Tochter tödlich verunglückt ist. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Wenig später wird Joop von Erroll aufgesucht, einem riesigen Schwarzen, der Mirjam auf seinem Motorrad hatte, als der tödliche Unfall passierte. Zwischen den beiden Männern entsteht eine innige, wenn auch nicht unkomplizierte Freundschaft. Dann wird es turbulent: Joop nimmt den Agenten-Auftrag an, findet den Marokkaner aber sehr nett, der ihm sogar hilft, die Person aufzuspüren, die Mirjams Herz transplantiert bekam. Er trifft seine erste Liebe Linda wieder, mit der er wieder eine leidenschaftliche Affäre beginnt und die ihn in die Geheimnisse der buddhistischen Weltsicht einzuweihen versucht... De Winter gelang mit „Malibu“ ein höchst unterhaltsamer, vergnüglicher, mit metaphysischen Spekulationen und allerlei anregenden Erzählstrukturen gespickter Roman, der viele Überraschungen zu bieten hat.

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