Samstag, 5. September 2009

John Updike - „Wie war’s wirklich“

(Rowohlt, 252 S., HC)
Der 1932 geborene amerikanische Schriftsteller John Updike ist spätestens durch seinen wunderbar mit Jack Nicholson, Cher, Michelle Pfeiffer und Susan Sarandon verfilmten Roman „Die Hexen von Eastwick“ auch hierzulande einem breiten Publikum bekannt geworden. In seiner Heimat gilt er längst als „grand old man“ der amerikanischen Literatur und vor allem als Meister der Kurzgeschichte. Mit „Wie war’s wirklich“ legt Updike zwölf neue, meisterhafte Erzählungen vor, die von leisem Humor und nostalgischer Sehnsucht geprägt sind.
In „Die Frauen, die ihm entgangen sind“ erzählt Martin von der Selbstverständlichkeit, nach den Sechzigern Affären zu unterhalten, und während er beobachtet, wie seine Frau Jeanne bei einem Bootsausflug mit ihrem Liebhaber Frank tanzt, erinnert er sich der Mädchen, die er geliebt hat. Auch in „Mittagspause“ werden kostbare Erinnerungen aufgewärmt, als David Kern beim Klassentreffen seines Highschool-Jahrgangs Julia und Doris wieder trifft, mit denen er damals in der Mittagspause in ihren Autos auf der Suche nach dem perfekten Hamburger durch die Straßen fuhr. Und Stan, Vertreter für „stranggepresstes Nichteisenmetall“, denkt an seine Reisen nach New York zurück, wo er mit der Kunsthändlerin Jane eine Affäre hatte und der er nach zehn Jahren wieder begegnet. So begleitet der Leser die Protagonisten durch ihre von kostbaren Erinnerungen geprägten Jugend und die aufregenden Jahre des Erwachsenwerdens. Geliebte, Ehefrauen, die Eltern und das Zuhause spielen dabei naturgemäß die wichtigsten Rollen. Erstaunlich, wie leicht Updike diese wehmütig klingenden Stories aus der Feder zu schütteln scheint.

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