Mittwoch, 2. Juni 2010

Jed Rubenfeld - „Morddeutung“

(Heyne, 527 S., HC)
Als Ehrendoktor der Clark University in Worcester, Massachusetts, wird Sigmund Freud im Jahr 1909 zu einer Vorlesungsreihe über Psychoanalyse eingeladen. Zur gleichen Zeit wird eine junge Frau, die zuvor mit Peitschenhieben gefoltert wurde, an einem Kronleuchter aufgehängt in ihrem Luxusapartment aufgefunden. Wenig später erleidet die hübsche Nora Acton fast ein ähnliches Schicksal, überlebt den Angriff aber mit einem Schock, der sie nicht nur die Stimme, sondern auch das Gedächtnis verlieren lässt.
Der junge Psychologe Stratham Younger, der Freud und seine Kollegen C.G. Jung und Sándor Ferenczi in Empfang genommen hat, wird damit beauftragt, mit Freuds Unterstützung die Erinnerungen der jungen Frau zurückzugewinnen, um so Aufschluss über den Täter zu erhalten. Währenddessen wird einiges darangesetzt, dass Freud seine Vorlesungen an der Universität absagt. Und während der nervöse Bürgermeister McClellan, der profilneurotische Pathologe Hugel und der tüchtige Jung-Detective Littlemore sich auf die Suche nach dem Serienkiller machen, macht sich zunehmend Unruhe in den höchsten Schichten der New Yorker Gesellschaft breit, denn alles deutet darauf hin, dass unter ihnen der Täter zu finden ist …
Jed Rubenfeld hat die Spekulationen über Freuds Amerika-Reise, von der seine Biografen meinen, dass dort ein unbekanntes Ereignis eine Art Trauma bei dem berühmten Psychoanalytiker verursacht haben könnte, als Ausgangspunkt für einen faszinierenden Thriller in bester Jack-the-Ripper-Manier genommen.

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