Philippe Djian – „Offene Rechnung“

Mittwoch, 24. Juni 2026

(Diogenes, 256 S., HC)
Mit Romanen wie „Blau wie die Hölle“, „Erogene Zone“ und vor allem dem erfolgreich verfilmten „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“ avancierte der französische Schriftsteller Philippe Djian mit seinem flüssigem Schreibstil und erotisch geprägten Plots in den 1980er Jahren zum Kultautor einer ganzen Generation. Produktiv ist der mittlerweile 77-jährige Franzose nach wie vor, fast jährlich schiebt er einen neuen Roman nach. Seinem Stil ist er treu geblieben, nur der Sex scheint nicht mehr ganz so wichtig zu sein, wie das Schicksal des Protagonisten in seinem neuen, im Original bereits 2023 veröffentlichten Roman „Offene Rechnung“ nahelegt, oder vielleicht doch?
Seit der Chefredakteur Rodolphe vor einem halben Jahr verkündete, dass die Redaktion der Lokalzeitung Der Morgen verkleinert werden müsse, befindet sich nicht nur Nathans Journalistenlaufbahn am Tiefpunkt. Zwar lebt er noch mit seiner Frau Sylvia zusammen, doch seit der missglückten Vasektomie bekommt Nathan keine Erektion mehr, was die Beziehung ebenso belastete wie die ständigen Streitereien zwischen seiner Frau und ihrer Mutter Gaby, der auch noch die Zeitung gehört, für die Nathan nur noch gelegentlich schreiben darf. Gaby, die auch noch eine renommierte Dichterin ist, lebt im Gartenhaus auf dem Grundstück und hat vor allem damit zu kämpfen, dass die Investorengruppe um den machthungrigen, skrupellosen Senator Brunevigne alles daransetzt, Gaby die Zeitung abzukaufen. Während Nathan an einer Reportage über eine Frau arbeitet, die sich im Wald verlaufen hat und sich an nichts mehr erinnern konnte, seit sie aufgefunden wurde. Pikanterweise arbeitet diese Wanderin, Nicole, seit Jahren für die Brunevignes. Während Nathan an der Geschichte arbeitet, wird nicht nur Nicole zudringlich, auch ihre Arbeitgeberin Barbara, die sich von ihrem Mann längst entfremdet hat, interessiert sich für Nathan, entblößt ihre schönen Brüste vor ihm und würde sich gern auf mehr einlassen. Als wäre es nicht schon kompliziert genug, sorgen dramatische Ereignisse für eine Zuspitzung der Verhältnisse, die Nathan zu den Frauen in seinem Leben unterhält…

„Barbara gehört zu den Frauen, nach denen man sich umdreht, und das ist auch jetzt noch so. Ich habe dennoch fast den Impuls zurückzuweichen. Wie wenn ich meine Lippen in schales Bier tauche. Sie spürt das und schaut mich an. Ich habe das Gefühl, mit ihr noch nicht fertig zu sein. Ich sollte es mir mit ihr nicht verderben. Das käme meinem Todesurteil gleich, schätze ich.“ (S. 188)

Djian hält sich auch bei „Offene Rechnung“ nicht lange mit einer Einleitung auf. Wir sind sofort mittendrin im Geschehen. Der Ich-Erzähler Nathan umreißt kurz seine berufliche Misslage, dann das schwierige Verhältnis zu seiner Frau und seiner Schwiegermutter, wenig später greifen auch Nicole und Barbara in das turbulente Beziehungskarussell ein, das ironischerweise davon geprägt ist, dass Nathan – zunächst – überhaupt keine sexuellen Bedürfnisse verspürt bzw. diese ansprechend befriedigen könnte. Allerdings geben gut 250 Seiten nicht genügend Raum, um sowohl die unheilvollen Übernahmeversuche der Zeitung durch den Senator und die Geschichte der erinnerungslosen Wanderin Nicole als auch die nachfolgenden tragischen Ereignisse und die zunehmend komplizierten amourösen Abenteuer unter einen Hut zu bringen. Djian begnügt sich hier mit einer fast episodenhaften Erzählstruktur. Und da wir stets die Geschichte nur aus Nathans Sicht präsentiert bekommen, bleibt zwangsläufig viel von den äußeren Ereignissen ausgespart und geheimnisvoll. So sind es vor allem der unvergleichliche, nach wie vor spritzige Stil des Autors und sein ausgeprägter Sinn für fast schon groteske Beziehungen, die „Offene Rechnung“ unterhaltsam machen. Es ist sicher nicht Djians bestes Werk, knüpft aber an die unbeschwerten Exzesse früherer Zeiten an.

Jim Nisbet – „Welt ohne Skrupel“

Sonntag, 21. Juni 2026

(Pulp Master, 234 S., Tb.)
Der US-Amerikaner Jim Nisbet (1947-2022) war zwar ein äußerst produktiver Autor von Sachbüchern, Lyrik, Theaterstücken, Artikeln, Essays und Kurzgeschichten, aber selbst für seine fünfzehn Romane schien es ein interessiertes Publikum kaum zu geben. Ein paar seiner Romane sind immerhin von Pulp Master ins Deutsche übersetzt worden, neben „Tödliche Injektion“, „Dunkler Gefährte“ und „Der Krake auf meinem Kopf“ ist auch einer von Nisbets letzten Romanen – „Welt ohne Skrupel“ – hierzulande verlegt worden.
Der in San Francisco lebende und wirkende Kleinganove Klinger verdient sich seinen Lebensunterhalt durch Überfälle auf Minimärkte und das Abziehen betrunkener Fremder auf der Straße, so dass er sich nicht nur seine tägliche Ration an Kaffee, Zigaretten und ein paar Drinks in der Bar leisten kann, sondern wenn möglich auch eine Unterkunft für die Nacht. Wenn er gleich für eine ganze Woche die Bleibe mieten kann, umso besser. Ansonsten hilft auch seine Ex Mary Fiducione aus, die sehr erfolgreich im App-Entwicklungs-Geschäft tätig ist. Dank ihrer Großzügigkeit kann sich Klinger in seiner Stammkneipe Hawse Hole mit einhundertzwanzig Dollar in der Tasche ein paar chinesische Wodkas mit fünfzig Volumenprozent gönnen. Als er auf der Straße zufällig seinem alten Kumpel Frankie Geeze begegnet, der gerade aus dem Knast entlassen worden ist, tauschen sie bei ein paar Drinks im Hawse Hole ihre Geschichten aus, dann zocken sie auf der Straße den App-Designer Phillip Wong ab, doch bei der anschließenden körperlichen Auseinandersetzung geht Frankie k.o., an Wongs Telefon, das sich nun in Klingers Besitz befindet, meldet sich Wongs Partnerin Marci. Sie bietet ihm eine Belohnung von tausend Dollar ein, wenn er das Passwort für Wongs Telefon besorgt. Für Klinger beginnt damit eine abenteuerliche Odyssee…

„Klinger kam ins Grübeln. Auf der einen Seite hatte er womöglich die Chance fahren lassen, mehr Kapital aus der Aktion von vergangener Nacht zu schlagen. Etwas Simples wie eine Belohnung, möglicherweise. Auf der anderen Seite konnte er so wohl einer drohenden Anklage entgehen. Totschlag in Zusammenhang mit einer begangenen Straftat, zum Beispiel, sofern es sich um Totschlag gehandelt hatte. Allerdings schien die Schwere von Letzterem mehr zu wiegen als die vom Ersteren. Waren diese Person und das verfluchte Telefon erst mal über alle Berge, würde er sich in einem anderen Domizil für Flöhe wieder den sorgenvollen Gedanken über seine Existenz hingeben und wäre, zumindest was diese Frau betraf, quasi für immer verschwunden. Was ihn betraf, würde diese Person nur ein weiteres lebendes Geschoss sein, dem er auf dem Hindernislauf des Lebens hatte ausweichen müssen.“ (S. 133)

Der 2013 veröffentlichte Roman „Snitch World“ – so der Originaltitel – führt sehr anschaulich vor Augen, warum Jim Nisbet kein Autor für das konventionelle Thriller-Publikum ist. Zwar bekommt Nisbets Publikum eine Episode aus Klingers verkorkstem Leben als Kleinkrimineller präsentiert, aber keinen Whoduinit-Plot oder etwas ähnlich Spannendes. Das im Mittelpunkt stehende Telefon eines überaus versierten App-Programmierers dient eher als MacGuffin, um überhaupt eine Geschichte in Gang zu bringen, die alles andere als spannend ist. Vielmehr stellt „Welt ohne Skrupel“ einen modernen Noir-Antihelden dar, der sich am Bodensatz der Gesellschaft bewegt und einer skrupellosen New-Economy-Managerin hilflos ausgeliefert wird. Das bietet Raum für wunderbar atmosphärische Beschreibungen des Nachtlebens in den finstereren Gegenden von San Francisco und vor allem für herrlich schwarzhumorige Dialoge und existentialistischen Gedanken, mit denen sich der Protagonist durch das Leben schlägt, immer im Angesicht der nächsten Niederlage.

Paul Freeman – „Laster und Tugend“

Mittwoch, 17. Juni 2026

(Pulp Master, 340 S., Tb.)
Der Brite Paul Freeman hat als Korrespondent für britische Magazine in Saudi-Arabien gearbeitet, war vorher aber auch Englischlehrer im Sudan, Kuwait, Ägypten und in Simbabwe, so dass er eine große Expertise über das Leben in Afrika und Saudi-Arabien erworben hat. Die kommt auch in seinem 2008 veröffentlichten Roman „Vice & Virtue“ zum Tragen, der zwei Jahre später beim Berliner Pulp Master Verlag unter dem Titel „Laster und Tugend“ aufgelegt wurde und das Leben abseits der touristischen Attraktionen in Saudi-Arabien beschreibt.
Als auf dem Parkplatz eines Shopping-Centers im saudi-arabischen Al-Khobar eine Autobombe detoniert, wird nicht nur der zerfetzte Körper des amerikanischen Ingenieurs Duncan McCready sichergestellt, sondern auch Hochprozentiges und Zuckersäcke, die den Toten mit der florierenden Schwarzbrennerei in Verbindung bringen. Alkohol ist in dem Land mit 5000 „Prinzen“ nämlich ebenso verboten wie Pornografie, Drogen, nicht-islamische religiöse Traktate und Druckerzeugnisse, die den Islam oder Saudi-Arabien verunglimpfen. Der britische Reporter Peter Maddox vom Arabian Chronicle taucht am Tatort ebenso auf wie sein Konkurrent Bentley Gorman von der Kingdom Tribune. Im Gegensatz zu Maddox hat Gorman eine tiefe Abneigung gegen den Lebensstil der Westler in Saudi-Arabien entwickelt, die er für Rassisten hält. Maddox schaut sich in der Siedlung um, in der sich nur wohlhabende Ausländer die unverschämt hohen Mieten leisten konnten und die bei den konservativeren Saudis als wahres Sodom und Gomorrha betrachtet wurden. Für Maddox geht es nun darum herauszufinden, ob der Mord an McCreary auf das Konto eines anderen westlichen Alkoholschmugglers ging oder von Fundamentalisten ging. Sein wohlmeinender Chefredakteur Sanju stellt Maddox den ebenfalls aus England kommenden zugereisten Redakteur Barry Kennedy zur Seite, dem der altgediente Redakteur erst einmal die gesellschaftlichen Regeln erklären muss. Doch dann geraten sie bei ihren Recherchen in ein Hornissennest aus Korruption, Verrat und Gier…

„Khalid wollte, dass er tief schürfte. Jede hergestellte Verbindung zwischen McCreadys Tod und islamistischen Fundamentalisten würde die Regierung jedoch in eine peinliche Lage bringen. Schlimmer noch: Eine nachgewiesene Verbindung würde das bereits angespannte Verhältnis zwischen Saudi-Arabien und seinen westlichen Verbündeten zusätzlich belasten. Maddox verweigerte sich dem Gedanken, dass man ihm den Schwarzen Peter dafür zuschieben könnte.“ (S. 58)

Paul Freeman („Die Legenden von Ophir“) erweist sich in „Laster und Tugend“ als kundiger Kenner Saudi-Arabiens, und zwar gerade auch der Lebenswelten, die den westlichen Touristen in der Regel verschlossen bleiben. Sein britischer Protagonist Peter Maddox kennt beide Welten und macht seinem neuen Kollegen bei einer Rundtour – und damit auch den wahrscheinlich ebenso unkundigen Lesern – die Regeln und Gesetze in dem fremden Land dar, in dem die Religionspolizei darüber wacht, dass gerade die aus vielen Nationen kommenden Beduinen und Zugereisten die Regeln des Koran einhalten, dass vor allem die Westler nicht über die Stränge schlagen. Es ist ein Szenario, das Thriller-Plots à la Hollywood gar nicht so unähnlich ist, außer dass die Maske des Glaubens alles zu verschleiern droht. Mit Peter Maddox hat Freeman dazu einen herrlich subversiven, nicht unbedingt sympathischen, aber authentisch wirkenden Protagonisten geschaffen, der sich zwar mit den örtlichen Gegebenheiten arrangiert hat und auch ironische Spitzen gegen Juroren der „Saudi Press Awards“ ablässt, aber auch unter Trennung von seiner aus Simbabwe stammenden Frau Martina und der gemeinsamen Tochter Kerry zu leiden hat. Der Roman spielt zwar im fernen Saudi-Arabien, verhandelt aber vor exotischer Kulisse ganz ähnliche Themen wie in der westlichen Hemisphäre spielenden Thriller. Das ist unterhaltsam und spannend geschrieben und eröffnet dem Publikum eine erfrischend andere Perspektive auf Verbrechen und Korruption.

 

Robert McCammon – (Matthew Corbett: 3) – „Die Jagd nach Mister Slaughter“

Samstag, 13. Juni 2026

(Luzifer Verlag, 542 S., HC)
Nachdem sich Robert R. McCammon in den 1980er Jahren noch als Horror-Schriftsteller eine erfolgreiche Nische zwischen den Genre-Größen Stephen King, Peter Straub, Dean Koontz und Clive Barker besetzt hatte, sich aber auch in anderen Genres beweisen wollte, zog er sich zunächst für einige Jahre aus dem Schriftsteller-Betrieb zurück, um sich dann mit einem Paukenschlag im Jahr 2002 mit der historischen Krimi-Reihe um den ehemaligen Gerichtsdiener Matthew Corbett zurückzumelden. Nachdem der Luzifer Verlag die ersten beiden opulenten Bände „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal“ und „Matthew Corbett und die Königin der Verdammten“ noch gesplittet hatte, erschien das dritte Abenteuer „Matthew Corbett und die Jagd nach Mister Slaughter“ des mittlerweile berühmten New Yorker Ermittlers in einem Band.
New York im Jahr 1702. Nachdem Matthew Corbett die Machenschaften auf dem Chapel-Landsitz enthüllt hatte, ist er in zu einer lokalen Berühmtheit avanciert – nicht zuletzt durch eine Reihe von reißerischen Artikeln im „Ohrenkneifer“. Um die New Yorker Vertretung der in London gegründeten Herrald-Vertretung noch schlagkräftiger zu machen, plant Matthews Partners Hudson Greathouse den Kauf des schlagkräftigen Sklaven Zed. Dafür brauchen sie allerdings die Erlaubnis von Lord Cornbury, aus Zed einen freien Mann machen zu dürfen, und zweiunddreißig Pfund, um Zed seinem Besitzer McCaggers abzukaufen. Matthew verrät seinem Freund nicht, dass er bei der Erforschung von Chapels Landsitz neben einigen wertvollen Büchern auch eine Schatulle mit achtzig Pfund gefunden hatte. Doch bevor sich die beiden Ermittler weiter darüber den Kopf zerbrechen können, wie sie Zed aus der Sklaverei befreien können, erhalten sie den offiziellen Auftrag, den berüchtigten Massenmörder Tyranthus Slaughter vom Hospital für geistig Unzulängliche in der Nähe von Westerwicke in der New-Jersey-Kolonie zum New Yorker Gefängnis zu überführen, wo er von einem Wachtmeister der Krone in Empfang genommen wird. Von dort soll er dann mit dem nächstbesten Schiff zurück nach England gebracht werden, wo sich Slaughter für die ihm zur Last gelegten Morde, Raubüberfälle und andere Verbrechen verantworten soll. Doch nachdem Hudson und Matthew den Gefangenen in ihre Obhut genommen haben, dauert es nicht lange, bis Slaughter ihnen ein überaus reizvolles Angebot macht: Am Ende einer Abzweigung, die sie bald erreichen würden, warte eine Schatulle mit mehr als fünfzig Pfund auf sie, wenn sie ihn dort freisetzen würden. Die beiden Ermittler sind gierig genug, um sich auf den Handel einzulassen, der tragische Konsequenzen nach sich zieht: Die Schatulle explodiert beim Versuch, sie zu öffnen, Hudson wird schwer verletzt, Slaughter kann fliehen. Während Matthew alle Hebel in Bewegung setzt, Slaughter wieder einzufangen, richtet dieser weiteres Unheil auf seiner Flucht an…

„Er verfluchte seine Dummheit und seine Geldgier; er verfluchte seine Kleinlichkeit und seine Eitelkeit. Er verfluchte den schwarzen Lederbeutel mit dem roten Krakensiegel, und er verfluchte das Gold, das ihm an jenem Tag auf Chapels Landsitz so hell in die Augen geleuchtet hatte. Er hatte das Gefühl, in eine Falle getreten zu sein, die ihm mit solcher Sicherheit gestellt worden war, als hätte Professor Fell persönlich sie geplant. In solche Fallen, dachte er, tappte man leicht hinein. Aber man bezahlte die Hölle, um sich daraus zu befreien.“ (S. 236)

Bereits mit den vorangegangenen Bänden hat Robert R. McCammon bewiesen, dass er ein gutes Gespür dafür besitzt, die Zeit, in der New York noch eine junge, aber florierende Stadt war, auf atmosphärisch dichte und stimmige Weise zu beschreiben, sie mit charismatischen Figuren zu füllen und schreckliche Verbrechen von einem ambitionierten Ermittler aufklären zu lassen. Professor Fell, dem Matthew in „Matthew Corbett und die Königin der Verdammten“ mit der Zerschlagung von Chapels Landsitz eine empfindliche Schlappe beigefügt, aber eben nicht vernichtet hatte, schwebt wie ein dunkler Schatten über den Ereignissen des neuen Abenteuers, das etwas geradliniger und straffer inszeniert worden ist. Der Großteil der Handlung fokussiert sich auf Slaughters gar nicht so spektakuläre Flucht und Matthews verzweifelte Versuche, die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Natürlich grämt sich der 23-Jährige umso mehr, je mehr Menschen Slaughter auf seiner Flucht Schaden zufügt, sie verprügelt, vergewaltigt, tötet. Nach dem vorhersehbaren Finale schlägt McCammon aber einige Kapriolen zu viel und zieht die Geschichte so unnötig in die Länge, um eine raffinierte Auflösung bieten zu können. Dennoch zählt „Matthew Corbett und die Jagd nach Mister Slaughter“ fraglos zu den besten Romanen der Reihe und macht neugierig auf die Fortsetzungen.