Montag, 5. April 2010

Richard Laymon - „Das Spiel“

(Heyne, 494 S., Tb.)
Die junge Bibliothekarin Jane Kerry findet eines Tages einen geheimnisvollen, mit ihrem Namen beschrifteten Umschlag auf ihrem Stuhl am Schalter, der nicht nur 50 Dollar enthält, sondern auch die Aufforderung, den Anweisungen des MOG (Meister des Spiels) zu folgen, was sie nicht bereuen würde. Da Jane schrecklich schüchtern ist und über kein nennenswertes Privatleben verfügt, lässt sie sich auf das Spiel ein. Als sie nach dem Buch „Schau heimwärts, Engel“ sucht, das in dem kurzen Brief erwähnt wird, begegnet sie Brace Paxton, der Zeuge davon wird, wie Jane aus dem besagten Buch eine weiteren Umschlag findet – diesmal mit einer 100-Dollarnote und der Aufforderung, um Mitternacht einen Ausritt zu machen. Brace hat bereits eine Idee, was es mit diesem Ausritt für eine Bewandtnis haben könnte und fährt mit Jane der Statue von Crazy Horse auf dem Campus, nachdem sich die beiden in Ezras Café etwas näher kennengelernt haben.
Tatsächlich finden die beiden besagte Statue in einer Lagerhalle auf dem Campus und Jane entdeckt nach einer kleinen Kletterpartie auch einen weiteren Umschlag. 200 Dollar sind diesmal die Belohnung. „Den nächsten Schatz hält ein Brückentroll im Park versteckt“, verspricht der Master of Games. Bei Jane zuhause überlegen die beiden, wie sie am nächsten Tag vorgehen sollen. Nachdem sich Brace verabschiedet und Jane eine Dusche genossen hat, findet sie den nächsten Brief in der Tasche ihres Morgenmantels, in der der MOG darauf besteht, das Spiel nur zu zweit mit Janes zu spielen und Brace aus der Sache herauszuhalten. Als sie sich tatsächlich im Park auf die Suche nach dem nächsten Brief macht, bemerkt sie zwei Männer, die ihr zuvorgekommen sind und sich die vierhundert Dollar teilen. Jane kann die beiden Männer mit einem Trick aber überwältigen und den Brief und das Geld an sich bringen. Zusammen mit Brace versucht sie die nächste Botschaft zu entschlüsseln. Mittlerweile gibt es für Jane schon längst kein Zurück mehr, doch wo führt sie das Spiel letztlich hin?
Kurz vor seinem Tod veröffentlichte Richard Laymon 2001 mit „In The Dark“ einen seiner packendsten Thriller. Gespickt mit „netten“ Ideen und der spannenden Frage, wer der geheimnisvolle MOG wohl sein mag und welche Rolle Brace möglicherweise bei dem Spiel übernimmt, bietet der Thriller eine rasante Schnitzeljagd und Tour de force!

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