Samstag, 3. April 2010

Richard Laymon - „Vampirjäger“

(Festa, 445 S., Pb.)
Cat Lorimer war seine große, aber unerfüllte Jugendliebe gewesen. Nun steht sie nur mit einem blauen Seidenbademantel vor Sammys Tür, nachdem sich die beiden zehn Jahre lang nicht gesehen hatten, und bittet ihn um Hilfe. Sie erzählt ihm, dass nicht nur ihr Mann vor einem Jahr ermordet wurde, sondern sie jede Nacht um Mitternacht Besuch von einem Vampir namens Elliot bekommt, der sich dann über ihr Blut hermacht. Doch damit soll jetzt Schluss sein. In dieser Nacht soll Sam dem ungeliebten Besucher einen Pflock ins Herz rammen, wenn er sich gerade an Cat gütlich tut. Der Plan gelingt. Eingewickelt in eine Plastikfolie wird die Leiche des Vampirs in Cats Wagen verfrachtet, und die beiden machen sich auf den Weg, den Toten an einer entlegenen Stelle zu entsorgen. Doch auf der Straße platzt auf einmal ein Reifen, das Auto kann gerade noch in einen Wald gelenkt werden, wo Cat und Sam Bekanntschaft mit einem weißhaarigen Biker machen, mit dem sie ihre Odyssee zunächst fortsetzen. Doch da der Typ nicht nur etwas unheimlich wirkt, sondern auch jede Gelegenheit nutzt, vor allem Cat zu schlagen, lassen die beiden ihre neue Bekanntschaft in einem Restaurant zurück. Doch „Schneewittchen“ findet effektive Mittel und Wege, sich wieder an die Fersen von Cat und Sam zu heften …
 Übernatürlichen Horror gibt es bei Richard Laymon recht selten. Und auch in „Vampirjäger“ scheint der Vampir nur dazu zu dienen, die erotische Komponente des beliebten Themas ausgiebig herauszuarbeiten. Nachdem der Vampir nämlich recht schnell getötet worden ist, entwickelt sich der Roman viel mehr zu einem spannenden Road Movie, bei dem sich Sam in den wildesten erotischen Fantasien verliert. Ganz locker bewundert Sam während der Autofahrt über drei Seiten hinweg, wie sich zunehmend eine Brust seiner schlafenden Schönheit entblößt. Wer also einen eher klassischen Vampirschocker erwartet, dürfte enttäuscht werden. „Vampirjäger“ ist dafür ein weiteres Beispiel für Laymons einmalige Kunst, vertraute Themen ganz neu zu bearbeiten und dabei wirkungsvoll höchste Spannung und knisternde Erotik mit erfrischendem Humor zu verbinden.

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