Mittwoch, 25. März 2009

Erik Larson - „Der Teufel von Chicago“

(Scherz, 448. S., HC)
Auch wenn er längst nicht die Berühmtheit von Jack The Ripper, der 1888 im Londoner Whitechapel-Viertel fünf Prostituierte auf grausamste Weise ermordet hatte, erreichen sollte, darf man Dr. Herman W. Mudgett als einen der gerissendsten Serienmörder bezeichnen, den die Welt je erlebt hat. 1886, also in dem Jahr, als Sir Arthur Conan Doyle erstmals seinen berühmten Detektiv präsentierte, nahm Mudgett den Namen Holmes an und wurde 1895 wegen mehrerer Morde zum Tode durch den Strang verurteilt.
Auch wenn der Titel des Buchs und der Text auf der Buchrückseite annehmen lassen, dass hier die Geschichte des Serienkillers erzählt wird, belehrt einen bereits der Klappentext eines besseren. Der „Time Magazine“-Autor Erik Larson beschreibt nämlich in erster Linie das Ringen um die Weltausstellung, die 1889 in Paris für Furore gesorgt hatte und 1893 nun in Amerika neue Maßstäbe setzen soll. Nachdem Chicago das Rennen um die Ausrichtung für sich entscheiden konnte, sorgen der berühmte Architekt Daniel Burnham und seine Kollegen für ein schillerndes Wunder, das bald nur noch „die Weiße Stadt“ genannt wird. Innerhalb von nur drei Jahren Bauzeit entstehen prachtvolle Plätze und Gebäude, ziehen unzählige Männer und Frauen nach Chicago, um dort im Rahmen der Ausstellung Arbeit zu finden. Bei diesem gewaltigen Menschenstrom fällt es überhaupt nicht auf, dass immer wieder junge Frauen spurlos verschwinden… Larsen hat akribisch recherchiert, um eine spannende Geschichte rund um die Weltausstellung und Amerikas ersten Serienkiller zu stricken. Schade nur, dass dem Killer dabei so wenig Platz eingeräumt wird und die Portraits der Stadt Chicago und ihrer Erbauer so im Mittelpunkt stehen.

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