Freitag, 20. März 2009

Henning Boëtius - „Rom kann sehr heiß sein“

(btb, 284 S, HC)
Der Kommissar Piet Hieronymus ist so etwas wie das holländische Pendant zum seinem schwedischen Kollegen Kurt Wallander. Hieronymus war einst praktizierender Psychologe und arbeitet seit einigen Jahren als Sonderermittler bei der Groninger Polizei. Er wird immer dann herbeigerufen, wenn Landsleute im Ausland in kriminelle Handlungen verstrickt werden und die örtlich ansässigen Ermittler Probleme mit ihrer Arbeit haben. In seinem neuen Fall macht er sich auf die Suche nach seiner Freundin Dale Mackay, einer schottischen Kollegin, die er bei seinem letzten Fall „Das Rubinhalsband“ kennen- und liebengelernt hat.
Zunächst verschwindet seine Mutter aus dem Pflegeheim, dann taucht Dale für zwei Tage auf, bevor sie nach Bern zu einem Italienischkurs weiterreist. Dort trifft sie zwar ein, scheint sich dann aber direkt weiter nach Italien zu begeben, wo sich ihre Spur verliert. Hieronymus pfeift sogar auf seinen Job, um Dale in Rom zu finden, wo auch sein verstorben geglaubter Vater im Krankenhaus mit dem Tode ringt. Dort stößt er auf eine Gruppe von Wissenschaftlern und Ordensträgern, die die Genforschung bis zum Klonen von Menschen vorangetrieben haben.
Im Gegensatz zum eher nüchternen Stil Mankells versteht es Boëtius hervorragend, nicht nur die wissenschaftlichen Fakten um das Klonen und seine moralische Problematik hervorzuheben, sondern vor allem seinen Figuren eine psychologische Vielschichtigkeit zu verleihen, die die Lektüre des Romans zum reinen Lesegenuss machen.

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