Donnerstag, 5. März 2009

Kjell Johansson - „Die Traumseglerin“

(Claassen, 336 S., HC)
Als Evas Mutter im Juni 1993 beerdigt wird, empfindet sie wenig Trauer, sondern eher ein Gefühl der Erleichterung und Befreiung. Auf der anderen Seite erfasst die Lehrerin an einem Abendgymnasium eine seltsame Unruhe. Als sie mit ihrem Bruder Einar am nächsten Tag die letzten Sachen ihrer Mutter aus der Wohnung ihrer Mutter räumt, beschließt sie, nach Skogstorp zu fahren, wo sie mit ihrem Bruder mal einen Sommer bei ihren Verwandten verbracht hatte. Im November macht sie sich schließlich auf den Weg und stattet ihrer Tante Helga, Onkel Elis, ihrem Cousin Bruno und allen weiteren Verwandten einen Besuch ab.
Die Erinnerungen an den geheimnisvollen Landstreicher, dem sie zu essen brachten, an ihren gleichaltrigen Freund Axel und andere Jungs, mit denen sie flirtete, scheinen Evas eintönigem Leben als Lehrerin wieder etwas Glanz zu verleihen, doch der Aufenthalt in Skogstorp bleibt nicht ganz ohne Konflikte und Eifersuchtsszenen. Mit der Zeit weiß Eva nicht mehr, ob sie ihren Erinnerungen trauen darf, denn immer wieder werden schreckliche Ereignisse von damals ins Hier und Jetzt reflektiert, so dass Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Vergangenheit immer diffuser ineinander übergehen… Sehr gefühlvolle wie aufwühlende Geschichte über die merkwürdige Kraft der Erinnerungen.

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