Donnerstag, 5. März 2009

Robert Anton Wilson - “Das Lexikon der Verschwörungstheorien”

(Eichborn, 400 S., HC)
Als Chris Carters apokalyptisch angehauchte Serien “Millennium” und “Akte X” jahrelang erfolgreich das Montagabend-Programm bei PRO 7 gestalteten, hatten Verschwörungstheorien  Hochkonjunktur. Bei der anwachsenden Masse der Vermutungen, wer John F. Kennedy und Marilyn Monroe ermordet hat, wer die “Men In Black” wirklich sind und wer die Welt tatsächlich regiert, wurde es höchste Zeit, dass jemand Licht ins Dunkel der vielfältigen Verschwörungstheorien bringt, und wer könnte dies besser als Robert Anton Wilson, der mit seiner berühmten “Illuminatus”-Trilogie auf amüsante wie intellektuell anregende Weise zwei gigantische Weltverschwörungen thematisiert hatte?
Getreu dem einleitenden Motto “Bloß weil du nicht paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht hinter dir her sind” und der Tatsache, dass drei von vier US-Bürgern der Überzeugung sind, dass die US-Regierung regelmäßig in geheime und verschwörerische Aktivitäten verstrickt sei, scheint man mittlerweile alles durch das “Vergrößerungsglas des Bösen” (Wilson) zu betrachten und überall die Schuldigen für das ökologische Ungleichgewicht, die Drogenkartelle, Kriege und Armut suchen zu wollen.
Geheimdienste scheinen dabei eine besondere Rolle zu spielen, denn ihnen obliegt nicht nur das Sammeln von präzisen Informationen, sondern auch die Herstellung und Verbreitung falscher Informationen. Wilson geht in seinem umfangreichen Kompendium insgesamt 350 Konspirationstheorien von A-Z auf den Grund, wobei jeder, der weiter nachforschen möchte, anhand von Literaturhinweisen und Internet-Adressen am Ende jeder Eintragung seine eigenen Theorien spinnen kann. Für “Akte X”- und “Millennium”-Fans ein absolutes Muss!

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