Mittwoch, 29. April 2009

Mark Lindquist - „Carnival Desires“

(German Publishing, 379 S., Pb.)
Etwas nachdenklich versammeln sich ein paar Freunde aus der Film- und Partyszene Hollywoods zu einer Silvester-Party, nachdem sich mit Tim ein Freund von ihnen scheinbar ohne besonderen Grund am Heiligabend eine Kugel in den Kopf geschossen hatte. Sie alle wollen mit besonderen Vorsätzen fürs nächste Jahr einem ähnlichen Schicksal entgehen oder vielleicht nur etwas mehr Sinn in ihrem Leben finden. Da ist der halbwegs erfolgreiche Drehbuchautor Bick, der mit nicht mal dreißig Jahren schon in den Ruhestand gehen will. Libby, die vor kurzem noch Sex mit Bick hatte, sehnt sich nach ihrer ersten richtigen Sprechrolle.
Joy, die fast so etwas wie eine Beziehung mit dem nun mausetoten Tim am Laufen hatte, hat nicht mal einen Vorsatz, will sich aber bemühen, im folgenden Jahr einen zu finden. Das Schauspielerpärchen Willie und Merri möchte endlich erwachsen werden, wobei Willie schon Probleme hat, die Finger von Alkohol und Drogen zu lassen. Und der erfolgreiche Jungregisseur Oscar ist auf der Suche nach einer Freundin, die finanziell unabhängige Mona nur einen Job … Mit seinem zweiten, 1990 veröffentlichten Roman nach „Sad Movies“ etablierte sich Mark Lindquist neben Breat Easton Ellis („American Psycho“) als Aushängeschild der postmodernen amerikanischen Literatur und hat etliche Drehbücher für Hollywood verfasst. Deshalb wirkt auch „Carnival Desires“ ungemein authentisch, beschreibt die einfachen Sehnsüchte der aufstrebenden, aber auch schon gescheiterten Twentysomethings mit viel Gefühl und Humor.

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