Freitag, 3. April 2009

Peter Ackroyd - „William Blake. Dichter, Maler, Visionär“

(Knaus, 475 S., HC)
Der Untertitel der Biografie über William Blake (1757-1827) deutet bereits an, über welche vielschichtigen Qualitäten das wahnsinnige Genie William Blake verfügt hat. In seinem umfangreichen Werk beleuchtet der Autor vor dem Hintergrund einer aufregenden Epoche, die vom Vorabend der Französischen Revolution bis zur Restauration währte, das Leben und Werk eines Künstlers, der auf der einen Seite die sozialen Missstände in seiner Gesellschaft beklagte, auf der anderen Seite Gedichte über die freie Liebe schrieb.
Er idealisierte Englands Vergangenheit und verschmolz biblische und keltische Mythen zu einer eigenen Kosmologie, verkehrte als religiöser Mystiker mit den Himmelsboten und brach in seinen Kupferstichen mit erotischen Tabus, während der 45 Jahre lang treu an der Seite seiner Frau Catherine lebte. Er erfand für sich neue Drucktechniken und fertigte ca. 580 Kupferstiche als Auftragsarbeiten an. Vor allem ist uns William Blake aber als der letzte religiöse Dichter Englands in Erinnerung geblieben. Ackroyd macht all die oft gegensätzlichen Facetten von Blakes Genius transparent und hat sein Werk mit vielen wunderbaren s/w- und Farb-Abbildungen bereichert.

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