Donnerstag, 30. April 2009

Carlos Ruiz Zafón - „Der Schatten des Windes“

(Insel, 544 S., HC)
Barcelona, 1945. Der zehnjährige Daniel wird eines Abends von seinem Vater, dem Inhaber eines Antiquariats, zum geheimen „Friedhof der Vergessenen Bücher“ geführt, wo er sich ein Buch aussuchen darf, für das er sein Leben lang verantwortlich zu sein hat. Seine Wahl fällt auf das eher unscheinbare Buch „Der Schatten des Windes“ eines gewissen Julián Carax. Er liest die verschachtelte Geschichte eines Mannes auf der rastlosen Suche nach seinem richtigen Vater binnen einer Nacht und will mehr über den Autor und sein Schicksal erfahren. Sein Vater kann ihm allerdings nicht weiterhelfen.
So macht sich Daniel auf eine ähnliche Odyssee wie der ihn faszinierende Autor und stößt bald auf einen üblen Zeitgenossen, der Daniels Buch um jeden Preis erstehen möchte, nur um es zu verbrennen. Wie sich herausstellt, nennt sich der durch ein Feuer missgebildete Mann Lain Coubert – wie der leibhaftige Teufel in Carax’ Roman. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle noch erhältlichen Bücher von Carax aufzukaufen und zu vernichten. Daniel stößt auf immer geheimnisvollere Entdeckungen, auf Frauen wie die blinde Clara und Bea, die Schwester seines besten Freundes Tomas, in die er sich verliebt, die ihn aber ebenso täuschen wie viele andere, die Daniel auf der Suche nach Informationen über den ermordeten Autor befragt. Je mehr er sich mit Carax und der Geschichte von „Die Schatten des Windes“ auseinandersetzt, um so mehr erkennt er die Parallelen zu seinem eigenen Leben und droht in einen Strudel grässlicher Ereignisse zu geraten.
Kein Wunder, dass das fantasievolle Buch in Spanien 2002 zum besten Roman gekürt wurde. Zafón kreiert sympathische wie geheimnisvolle Figuren, deren Schicksal auf ebenso mystische Weise verbunden zu sein scheint, und lässt die Magie der Literatur poetisch und farbenfroh erstrahlen.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen