Samstag, 4. April 2009

Kate Atkinson - „Die vierte Schwester“

(Droemer, 400 S.,, HC)
Während der Mathematiker Victor sich ganz um seine wichtigen Studien kümmert, ist seine Frau Rosemary – immerhin eine frühere Krankenschwester – völlig mit der Erziehung ihrer vier Töchter Sylvia, Amelia, Julia und Olivia überfordert. Allein das dreijährige Nesthäkchen Olivia erfüllt die Familie mit Sonnenschein. Doch eines Nachts im Jahr 1970 verschwindet die Kleine aus einem Zelt im Garten und wird nicht mehr aufgefunden. Dreißig Jahre später stirbt Victor, und die Schwestern wundern sich über die Blaue Maus Olivias, die sie im Haus ihres Vaters finden, die Olivia aber nie aus den Händen gegeben hatte …
1994 verschafft sich ein Unbekannter Zutritt zur Kanzlei von Theo Wyre, sticht auf einen Kollegen ein und tötet dabei auch gleich Theos innig geliebte Tochter Laura, die in der Kanzlei ihrem Vater zuliebe einen Ferienjob angenommen hatte. Der Mörder wird jedoch nie gefunden. Nach zehn Jahren nimmt Theo die Ermittlungen selbst in die Hand … An einem Samstag im Spätsommer 1979 scheitert Michelle an der eigenen Ambition, alles perfekt machen zu müssen, spaltet mit einer Axt den Kopf ihres Mannes Keith und wartet auf die Polizei. Nach ihrer Verurteilung und der Entlassung aus dem Gefängnis verschwindet Michelle spurlos …
Der Privatdetektiv Jackson Brodie, der selbst noch damit zu kämpfen hat, dass ihn seine Frau verlassen hat, wird mit den drei Fällen beauftragt, macht sich aber keine Illusionen, dass er sie auch lösen könne. Dafür dringt er tief in die von Trauer, Leid und unerfüllten Sehnsüchten geprägten Lebensgeschichten der Beteiligten ein und wird dadurch schmerzlich an das Drama seines eigenen Lebens erinnert … Psychologisch vielschichtiger und spannender Roman, der vor allem die zerstörerischen Qualitäten familiärer Tragödien aufzeigt.

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