Mittwoch, 1. April 2009

Uli Wunderlich - „Der Tanz in den Tod“

(Eulen, 144 S., HC)
Wie so viele andere Themen, die im Mittelalter von alltäglicher Bedeutung waren und uns heute so geheimnisvoll anmuten, üben auch die Totentänze noch immer eine ausgesprochen ausgeprägte Faszination auf uns aus. Uli Wunderlich, Präsidentin der „Europäischen Totentanz-Vereinigung“, zeigt in ihrem reichhaltig illustrierten Buch die Ursprünge und Bedeutungen des Totentanzes zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Kulturen. Deutlich wird vor allem die enge Verbindung der Totentänze mit der uralten Angst des Menschen vor dem Tod und seine starke Ausprägung gerade im christlichen Europa. Schließlich diente der Totentanz im mitteleuropäischen Raum vor allem dazu, Tänze und Totenkult in Nähe von Gräbern als Teufelswerk zu verdammen.
 In allen Teilen der Welt symbolisieren die Darstellungen von tanzenden Skeletten Fürsorge und Abwehrriten, denn das Bild vom Tod war stets ambivalent, ein Helfer und Zerstörer. Ausgehend vom spanischen Danza de la Muerte, dem französischen Danse Macabre und dem ober- wie niederdeutschen Totentanz, spannt die Autorin einen weiten Bogen über Legenden, Totentanzaufführungen in der restlichen Welt über Totentanzdarstellungen in der Kunst bis hin zu seiner Bedeutung im 20. Jahrhundert. Eine Bibliografie und ein Verzeichnis der Totentänze im deutschsprachigen Raum rundet das mit 82 Farb- und 117 Schwarzweißabbildungen herrlich anschauliche Werk ab.

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