Sonntag, 5. April 2009

Arne Dahl - „Tiefer Schmerz“

(Piper, 411 S., HC)
Ein griechischer Zuhälter zieht sich abends auf der menschenleeren Vattugränd in Stockholm ein paar Linien rein und fühlt sich plötzlich von Tieren und merkwürdigen Schatten verfolgt, gibt wahllos ein paar Schüsse ab und landet in einem Vielfraßgehege, dessen Bewohner nicht viel von ihrem unfreiwilligen Besucher übrig lassen. Paul Hjelm und seine Kollegen können den Mann zunächst nicht identifizieren, finden aber die Buchstaben „Epivu“ in den Boden geschrieben und ein Seil am Bein des Opfers.
Die beiden Ermittlerinnen Kerstin Holm und Sara Svenhagen suchen ein Motel auf, das als Flüchtlingsunterkunft dient und dessen Verwalter acht Frauen als vermisst meldet, die offensichtlich Prostitution betrieben haben. Und auf einem jüdischen Friedhof wird der einst für den Nobelpreis nominierte Hirnforscher Leonard Sheinkman über Kopf an einer Eiche aufgehängt vorgefunden – mit einem Metalldraht in seinem Kopf.... Derweil nimmt sich Arto Söderstedt mit seiner Familie in der Toskana eine Auszeit von den turbulenten Fällen, die er in der letzten Zeit mit seiner so genannten A-Gruppe, der Spezialeinheit beim Reichskriminalamt für Gewaltverbrechen von internationalem Charakter, zu betreuen hatte. Doch die Vermutungen, dass die drei Fälle miteinander in Verbindung stehen, beenden die südländische Idylle abrupt. Im Auftrag von Europol führen ihn seine Ermittlungen über Mailand, Weimar bis in die dunklen Kapitel der schwedischen Geschichte... Arne Dahl hat mit seinen Romanen um die A-Gruppe und ihren charismatischen ErmittlerInnen schnell zu seinen berühmten Kollegen Henning Mankell und Hakan Nesser aufschließen können. Mit „Tiefer Schmerz“ erweist er sich einmal mehr auch als hervorragender Stilist mit einem sicheren Gespür für kuriose, spannende Mordfälle.

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