Mittwoch, 8. April 2009

J.G. Ballard - „Kristallwelt“

(Edition Phantasia, 159 S., Pb.)
Als der Lepraarzt Dr. Sanders mit dem wöchentlichen Passagierschiff von Libreville nach Port Matarre reist, erholt sich Kamerun noch von einem missglückten Staatsstreich, bei dem Rebellen zehn Jahre zuvor die Smaragd- und Diamantminen in Mont Royal erobert hatten. Zu seinen Reisegefährten zählen Pater Balthus, der Sanders auf die drückende Dunkelheit in Port Martarre hinweist, und der undurchsichtige Ventress, dem Sanders in der gemeinsamen Kajüte die Pistole aus dessen Koffer entwendet und dem er während seiner Reisen immer wieder auf mysteriöse Weise begegnet. Er selbst ist auf dem Weg zu seinen beiden Freunden Max und Suzanne Clair, die gemeinsam eine kleine Klinik betreiben. Im letzten Brief seiner ehemaligen Geliebten Suzanne liest Sanders von einem schillernden Wald, wo das Licht „alles mit Diamanten und Saphiren“ überzieht.
Nachdem Sanders eine kurze Affäre mit einer Frau erlebt hat, die Suzanne sehr ähnlich sieht, trifft er seine Freunde endlich nach einer abenteuerlichen Odyssee, doch merkt er schnell, dass mit den beiden etwas nicht stimmt. Er stellt aber auch fest, dass Suzanne in ihrem Brief keineswegs übertrieben hat. Der Wald ist tatsächlich von leuchtenden Kristallen überzogen und breitet sich weiter aus. Ähnliche Phänomene wurden bereits in Florida und Russland entdeckt. Die Bewohner und auch die Reisenden geraten bei dem prächtigen Farbenspiel fast in religiöse Verzückung … Das 1966 erstmals von Ballard veröffentlichte Buch „Kristallwelt“ wurde mit seinen halluzinatorischen, surrealistischen Qualitäten bereits zu seiner Zeit ein absolutes Kultbuch und erscheint nun in neuer, vollständiger Übersetzung von Joachim Körber und darf so auch heute noch mal zu einem Kultbuch werden …

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