Sonntag, 5. April 2009

Ignacio Martínez de Pisón - „Mein Vater, die Göttin und ich“

(Hoffmann und Campe)
Eigentlich könnte es dem fünfzehnjährigen Felipe und seinem Vater richtig gut gehen, schließlich stammt ihre spanische Familie aus gutem Hause. Doch nach einem Zerwürfnis über den verlorenen Job als Gerichtsmediziner verlässt der Vater die Heimatstadt Vitoria und macht sich mit seinem Sohn auf eine abenteuerliche Odyssee. Mit krummen Geschäften halten sich die beiden am Leben, residieren im Winter in Strandhäusern oder billigen Wohnungen mit Telefonen, die sie als private Telefonzellen „vermieten“, bis sie die Rechnungen nicht mehr zahlen können und weiterziehen müssen.
Papas Stolz ist ein schwarzer Citroën DS 19, den er als seine „Göttin“ bezeichnet und ihm das Gefühl gibt, etwas Klasse in seinem Leben zu besitzen. Doch Felipe ist das ewige Herumreisen bald leid, zumal er in Zaragoza, wo er sich auf dem amerikanischen Stützpunkt in die zauberhafte Miranda verliebt, endlich seine Unschuld verliert und mit dem Verkauf von amerikanischen Produkten etwas selbstständig Geld verdienen kann. Schließlich landet Felipes Vater im Gefängnis, und er selbst wird von seinem großzügigen Onkel aufgezogen. Auf einmal merkt Felipe, dass ihm sein Vater doch ähnlicher ist, als er immer angenommen hat … Wunderbar poetischer Road-Movie-Roman und eine berührende Geschichte über eine besondere Vater-Sohn-Beziehung.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen